Isolde Karle
Kirche im Reformstress
Impulspapiere, Zukunftskongresse, Struktur- reformen – die Kirche ist im Reformstress. Betriebsamkeit, wo Besinnung nötig wäre. Welche Reformwege sind gangbar, welche sind Irrwege? Diese zu unterscheiden ist das Anliegen dieses Buches.
Am Beginn steht die kritische Frage nach der Religion in der Moderne. Gibt es einen Trend zur Religion, der auch eine Renaissance der Kirche möglich machen könnte? Was aber ist Kirche? Wer reformieren will, muss wissen, wovon er spricht. Das zweite Kapitel beschreibt die Kirche als Organisation und markiert damit die Grenzen ihrer Reformierbarkeit. Der Organisation steht die Gemeinde als Raum der lebendigen Begegnung gegenüber. Ist hier der eigentliche Zukunftsraum der Kirche? Dann aber muss denen, die die Gemeinden begleiten, Aufmerksamkeit zuteil zu werden: Das fünfte Kapitel stellt die pastorale Arbeit in den Mittelpunkt des Nachdenkens. Immer deutlicher wird auf diesem Denkweg: Die Krise der Kirche ist keine organisatorische, sondern eine inhaltliche. Überlegungen zur Botschaft und zu der Weise, diese zu vermitteln, schließen darum dieses Buch ab.
Ein Buch, das die gangbaren Wege in die Zukunft der Kirche von den Sackgassen unterscheidet. Nachdenken statt atemloser Betriebsamkeit: Ein Plädoyer gegen falschen Aktionismus und für eine Stärkung der Gemeinden im Geiste evangelischer Gelassenheit.
Das Buch ist 2010 im Gütersloher Verlagshaus erschienen.
(280 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-579-08119-9, 19,95 EUR)
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Tendenzen innerhalb der EKD und mancher Kirchenleitungen, die Kirche von oben her, top down, zu steuern, widersprechen dem Wesen des Protestantismus. Reformvorschläge der Kirchenleitung müssen deshalb dem offenen Diskurs ausgesetzt werden und können nur gelingen, wenn sie von einer breiten Basis unterstützt, mitgetragen und befürwortet werden: 12 Thesen zur Kirchenreform von Isolde Karle.